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Solidarität und Nächstenliebe im Islam
Solidarität und Nächstenliebe im Islam
Verfasst am: Fri Aug 27, 2010 11:46 am
As-Salam
Solidarität und Nächstenliebe im Islam
Hilft auch das reiche Saudi-Arabien den Erdbebenopfern in Pakistan als in Not geratenen muslimischen Glaubensbrüdern? Welchen Stellenwert haben Solidarität und Nächstenliebe im Islam überhaupt? Die Abgabe vom eigenen Vermögen ist der Pflicht zu Glaubensbekenntnis und Gebet gleichgestellt.
Solidarität ist ein Begriff, der in den verschiedensten Debatten unter islamischen Gelehrten und Intellektuellen ganz selbstverständlich gebraucht wird. Sie beziehen sich dabei häufig auf eine der "fünf Säulen des Islams". Neben dem Bekenntnis zur Einheit Gottes, der Prophetenschaft Muhammads, dem Pflichtgebet und der Pilgerfahrt werden in diesen Pflchtenkanon das Fasten im Monat Ramadan und die Pflicht der Zakât gezählt, die als die religiöse Basis solidarischen Handelns verstanden werden. Die Zakât wird als eine Steuer auf Eigentum beschrieben. Es handelt sich um genau bemessene Anteile auf die Vermögensmasse jedes Gläubigen.
Häufig wird von Muslimen darauf hingewiesen, dass es sich dabei nicht um ein Almosen im Sinne einer freiwilligen Abgabe handelt. Verwendet wird heute oft der Begriff "Sozialsteuer". Sie soll im wesentlichen acht Gruppen zugute kommen. Dazu heißt es im Koran (Sure 9,60): "Die Zakât ist bestimmt für die Armen, die Bedürftigen, die, die damit befasst sind, die, deren Herzen vertraut gemacht werden sollen, die Gefangenen, die Verschuldeten, für den Einsatz auf dem Wege Gottes und für die Reisenden." Dabei versteht man unter denen, "deren Herzen vertraut gemacht werden sollen", Menschen, die im Begriff sind, zum Islam zu konvertieren. Gelder "für den Einsatz auf dem Wege Gottes" sollen für den Jihad verwendet werden.
Viele der modernen Korankommentare weisen darauf hin, dass es vor allem um die Versorgung von Armen und Bedürftigen geht. Insgesamt kann man die verschiedenen Äußerungen zur Zakât in etwa so paraphrasieren: Genau betrachtet besitzt die Zakât den Charakter von etwas Anvertrautem, das man seinem eigentlichen Eigentümer, in diesem Fall den Armen und Bedürftigen, zurückgeben muss. Zakât ist der festgelegte Anteil am Vermögen eines Muslims, der eigentlich nicht zu seinem Eigentum zählt und über den er keine Besitz- oder Verfügungsrechte hat, sondern verpflichtet ist, ihn an den Zakât-Berechtigten weiterzuleiten. Umgekehrt ist der Bedürftige kein Almosenempfänger, sondern hat einen Rechtsanspruch. Wer besitzt, hat Pflichten; wer entbehrt, hat Rechte vor Gott und gegenüber den Menschen.
Der Islam begreift die Armut nicht als normale Tatsache des gesellschaftlichen und ökonomischen Lebens und sieht auch nicht vor, dass die Lösung dieses Problems in der freiwilligen Mildtätigkeit der einen für die anderen besteht in der Hoffnung, dass der Überfluss der Reichen und die Bedürftigkeit der Armen auf wunderbare Weise ins Gleichgewicht kommen. Die Pflicht der Zakât erhebt diese Frage in den Rang des Rechts jenseits der persönlichen Entscheidung des Einzelnen. Die soziale Solidarität gehört zum Glauben; sie ist dessen konkretestes Zeugnis. Mit Gott sein, heißt nach islamischer Vorstellung, mit den Menschen sein. Oder, wie es in der viel zitierten Prophetentradition heißt: "Wer zu Bett geht und weiß, dass sein Nachbar hungert, ist kein Muslim."
Aus: Herder Korrespondenz
weiterlesen:
www.con-spiration.de/t...almos.html
_________________
Wissen schafft Frieden .Der Zorn ist ein Schlüssel zu vielen Übeln .Standhafte Menschen erreichen ihre Ziele durch Geduld und Ausdauer.
Solidarität und Nächstenliebe im Islam
Hilft auch das reiche Saudi-Arabien den Erdbebenopfern in Pakistan als in Not geratenen muslimischen Glaubensbrüdern? Welchen Stellenwert haben Solidarität und Nächstenliebe im Islam überhaupt? Die Abgabe vom eigenen Vermögen ist der Pflicht zu Glaubensbekenntnis und Gebet gleichgestellt.
Solidarität ist ein Begriff, der in den verschiedensten Debatten unter islamischen Gelehrten und Intellektuellen ganz selbstverständlich gebraucht wird. Sie beziehen sich dabei häufig auf eine der "fünf Säulen des Islams". Neben dem Bekenntnis zur Einheit Gottes, der Prophetenschaft Muhammads, dem Pflichtgebet und der Pilgerfahrt werden in diesen Pflchtenkanon das Fasten im Monat Ramadan und die Pflicht der Zakât gezählt, die als die religiöse Basis solidarischen Handelns verstanden werden. Die Zakât wird als eine Steuer auf Eigentum beschrieben. Es handelt sich um genau bemessene Anteile auf die Vermögensmasse jedes Gläubigen.
Häufig wird von Muslimen darauf hingewiesen, dass es sich dabei nicht um ein Almosen im Sinne einer freiwilligen Abgabe handelt. Verwendet wird heute oft der Begriff "Sozialsteuer". Sie soll im wesentlichen acht Gruppen zugute kommen. Dazu heißt es im Koran (Sure 9,60): "Die Zakât ist bestimmt für die Armen, die Bedürftigen, die, die damit befasst sind, die, deren Herzen vertraut gemacht werden sollen, die Gefangenen, die Verschuldeten, für den Einsatz auf dem Wege Gottes und für die Reisenden." Dabei versteht man unter denen, "deren Herzen vertraut gemacht werden sollen", Menschen, die im Begriff sind, zum Islam zu konvertieren. Gelder "für den Einsatz auf dem Wege Gottes" sollen für den Jihad verwendet werden.
Viele der modernen Korankommentare weisen darauf hin, dass es vor allem um die Versorgung von Armen und Bedürftigen geht. Insgesamt kann man die verschiedenen Äußerungen zur Zakât in etwa so paraphrasieren: Genau betrachtet besitzt die Zakât den Charakter von etwas Anvertrautem, das man seinem eigentlichen Eigentümer, in diesem Fall den Armen und Bedürftigen, zurückgeben muss. Zakât ist der festgelegte Anteil am Vermögen eines Muslims, der eigentlich nicht zu seinem Eigentum zählt und über den er keine Besitz- oder Verfügungsrechte hat, sondern verpflichtet ist, ihn an den Zakât-Berechtigten weiterzuleiten. Umgekehrt ist der Bedürftige kein Almosenempfänger, sondern hat einen Rechtsanspruch. Wer besitzt, hat Pflichten; wer entbehrt, hat Rechte vor Gott und gegenüber den Menschen.
Der Islam begreift die Armut nicht als normale Tatsache des gesellschaftlichen und ökonomischen Lebens und sieht auch nicht vor, dass die Lösung dieses Problems in der freiwilligen Mildtätigkeit der einen für die anderen besteht in der Hoffnung, dass der Überfluss der Reichen und die Bedürftigkeit der Armen auf wunderbare Weise ins Gleichgewicht kommen. Die Pflicht der Zakât erhebt diese Frage in den Rang des Rechts jenseits der persönlichen Entscheidung des Einzelnen. Die soziale Solidarität gehört zum Glauben; sie ist dessen konkretestes Zeugnis. Mit Gott sein, heißt nach islamischer Vorstellung, mit den Menschen sein. Oder, wie es in der viel zitierten Prophetentradition heißt: "Wer zu Bett geht und weiß, dass sein Nachbar hungert, ist kein Muslim."
Aus: Herder Korrespondenz
weiterlesen:
www.con-spiration.de/t...almos.html
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Wissen schafft Frieden .Der Zorn ist ein Schlüssel zu vielen Übeln .Standhafte Menschen erreichen ihre Ziele durch Geduld und Ausdauer.

Iman2000- Mini-Laie

- Beiträge: 82
- Dabei seit: Aug 26, 2010
- Wohnort: Im Herzen von Afghanistan
Re: Solidarität und Nächstenliebe im Islam
Verfasst am: Mon Nov 14, 2011 6:15 pm
ich frage mich woher all die anderen menschen, kulturen und gesellschaften solidarität etc. gelernt haben, die nicht muslime sind.
und ich frage mich, ob die meisten muslime auch nicht-muslimen gegenüber, welche ja auch menschen sind, solidarität leisten würden, würden sie hungern.
oder gilt die solidarität nur den muslimen gegenüber, weil andere nicht "erleuchtet" wurden oder aus ihrem schicksal heraus den islam in ihrem herzen nicht gefunden haben.
würdet ihr auch einem juden helfen, der hungert, so wie es der prophet getan hat, als er einer kranken alten jüdischen frau geholfen hat?
warum ist es schwer, jemanden so zu behandeln, wie der islam es vorschreibt, der aber kein muslim ist.
sollten so nicht die nicht-muslime von den muslimen deren menschliche werte lernen können?
kennt ihr die geschichte vom shaitan der sich für was besseres hielt, als der mensch (adam und eva) und von gott deshalb verdammt wurde?
ich frage mich dabei auch, warum soviele gläubige menschen, sich genauso verhalten wie er und sich gegenüber anderen auch für etwas besseres halten.
hass und hochmut sind zwei große schlechte eigenschaften, die ein mensch haben kann gegenüber anderen.
ich denke, wenn ein gläubiger mensch wirklich zu gott gefunden hat, sollte er dankbar für sich sein, dass er gott in seinem herzen trägt und für andere menschen gott darum bitten, dass sie ihm auch im herzen begegnen und sich für ihn entscheiden.
ich bin grundsätzlich dagegen, dass man als gläubige person auf andere herabguckt. denn das unterscheidet einen dann wohl kaum noch vom shaitan, der adam und eva/ die menschheit verachtet und sich für etwas besseres hält.
warum fällt das niemandem auf?
oder wie erklärt ihr das?
und ich frage mich, ob die meisten muslime auch nicht-muslimen gegenüber, welche ja auch menschen sind, solidarität leisten würden, würden sie hungern.
oder gilt die solidarität nur den muslimen gegenüber, weil andere nicht "erleuchtet" wurden oder aus ihrem schicksal heraus den islam in ihrem herzen nicht gefunden haben.
würdet ihr auch einem juden helfen, der hungert, so wie es der prophet getan hat, als er einer kranken alten jüdischen frau geholfen hat?
warum ist es schwer, jemanden so zu behandeln, wie der islam es vorschreibt, der aber kein muslim ist.
sollten so nicht die nicht-muslime von den muslimen deren menschliche werte lernen können?
kennt ihr die geschichte vom shaitan der sich für was besseres hielt, als der mensch (adam und eva) und von gott deshalb verdammt wurde?
ich frage mich dabei auch, warum soviele gläubige menschen, sich genauso verhalten wie er und sich gegenüber anderen auch für etwas besseres halten.
hass und hochmut sind zwei große schlechte eigenschaften, die ein mensch haben kann gegenüber anderen.
ich denke, wenn ein gläubiger mensch wirklich zu gott gefunden hat, sollte er dankbar für sich sein, dass er gott in seinem herzen trägt und für andere menschen gott darum bitten, dass sie ihm auch im herzen begegnen und sich für ihn entscheiden.
ich bin grundsätzlich dagegen, dass man als gläubige person auf andere herabguckt. denn das unterscheidet einen dann wohl kaum noch vom shaitan, der adam und eva/ die menschheit verachtet und sich für etwas besseres hält.
warum fällt das niemandem auf?
oder wie erklärt ihr das?

menschen- Maxi-Anfänger

- Beiträge: 56
- Dabei seit: Nov 12, 2011
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